Document
Metadata
Title
Egon Düring Restitution File
Description
Test item for multiple image file documents (leaning towards Omeka-S)
Type
Restitution File
Name Mentions
Johanna Whitehead | Kurt Düring | Horst Düring
Language
de
Transcription
*NOTE: Handwritten pages only
28.März 1957
Ich bin im Jahr 1933 aus der Schule gekommen. Ich habe drei Jahre im Kontor als exporteurer lernt. In 1937 war ich fertig mit lernen Punkt ich habe aber als Jude keine Gelegenheit gehabt eine Arbeit im Kontor als Exporteur zu bekommen. So habe ich lauter verschiedene Arbeiten annehmen müssen. Ich habe gelernt bei "Gelles" Hamburg Hopfenmarkt. Dadurch, dass ich in Hamburg nicht meinen Beruf ausfüllen konnte, weil ich Jude bin, musste ich hier meinem Beruf abgeben. Anstatt Exporteur musste ich metallarbeiter werden.
28. Januar 1957
Sehr geehrter Herren, ich möchte Sie höflichst bitten mir folgende Auskunft zu geben. Meine Eltern sind im KZ umgekommen. Ich war aber nicht im KZ. Ich bin bereits nach Amerika ausgewandert. Kann ich für meine Eltern wieder machen beanspruchen, oder können nur Kinder, welche im KZ waren, beanspruchen? Auch möchte ich von Ihnen wissen ob Geschwister zusammen beantragen, oder jeder extra. Ich würde Ihnen sehr dankbar sein, wenn sie mir recht bald antworten würden.
13. Januar 1958
Sehr geehrte Herren, ich erhielt von ihnen am 1 April 1957 eine Postkarte mit meiner Nummer Punkt der Antrag ist für die Wiedergutmachung für meine Eltern. Leider habe ich bis heute noch nichts von ihnen gehört. Ich möchte Sie höflich bitten mir mitzuteilen, inwieweit meine Angelegenheit geregelt worden ist im voraus bestens danke und zeichne ich mit bester Hochachtung.
04. Dezember 1958
Sehr geehrter Herr Team, ich danke ihnen recht höflichst für ihren Brief vom 07.11.58. sie haben mir geschrieben, dass ich mich wegen meinem gesundheitsschaden an die andere Stelle wenden muss. Sie haben aber leider vergessen mir zu schreiben, an welche Adresse sie die Sache weitergeleitet haben. Bitte seien Sie so freundlich und lassen Sie es mich wissen, damit ich mich dort erkundigen kann. Danke sehr. Nun wegen meinem berufsschaden. bitte wenden. Ich, Egon büsing, bin am 15.01.1920 in Köln Kalk geboren. Dort habe ich gewohnt bis 1928, wenn wir nach Hamburg gezogen sind. Ich bin bis 1936 in der talmud-tora oberrealschule in (Not readable). In 1936 habe ich bei der Firma gellen am hopfenmarkt, Export und Import, gearbeitet. Mein Ziel war eine Exporteur zu bekommen. Da mein Chef gezwungen war, sein Geschäft zu verkaufen, habe ich natürlich meinen lehrvertrag unterbrechen müssen. So konnte ich natürlich meinen gewünschten Beruf nicht mehr ausführen. Von der (unreadable) in 1938 bis Oktober 1938, bis ich ausgewandert bin, habe ich als laufboote bei verschiedenen Geschäften gearbeitet. Sie können sicher vorstellen, dass der Verdienst sehr schlecht war. Da ich meine lehrzeit nicht fertig hatte, konnte ich in Amerika nicht in meinem gewünschten Beruf arbeiten. Seitdem ich in Amerika bin bin ich immer noch bei derselben Arbeit, weil das ist das einzige was ich machen kann. Ich bin mit der Firma schon seit 1938. In der (unreadable) habe ich 11 Dollar die Woche verdient. Heute verdiene ich 100 $ die Woche, was natürlich nicht viel ist, da ich drei Kinder habe. Ich hoffe, dass Ihnen die Auskunft genügt. Ich bitte Sie meine Briefe an meine Schwester zu schicken, da meine Frau sehr krank ist, und viel im Krankenhaus liegt. Meine Kinder und ich wohnen bei meiner Schwester. Im voraus bestens dankend, zeichne ich mit bester Hochachtung.
(no date)
Ich habe die erstbeste Arbeit nehmen müssen und bin heute ein metallarbeiter in einer Fabrik.
2. Meine Zeugnisse habe ich alle bei meinen Eltern zu Hause gelassen, in Hamburg. Durch den Krieg ist natürlich alles verloren gegangen. So kann ich Ihnen leider damit nicht dienen Punkt sie werden das ja sicher alleine verstehen.
3. Ein Lehrzeugnis habe ich natürlich nicht, da ich meine Lehre unterbrechen musste, nach zwei Jahren.
4. Wie in meinem Lebenslauf schon erwähnt, war ich nach meiner unterbrochenen Lehre, als Bote tätig. Ich habe kein bestimmtes Geld bekommen, was immer man mir gegeben hatte, musste ich nehmen. es war sicher sehr wenig.
(date unreadable)
An die Wiedergutmachung Hamburg
Ich erhielt ihren Brief vom 01.06.59 (unreadable) ... (unreadable) Eidesstattliche Erklärung. Ich hoffe, dass Ihnen das genügen wird. Leider ist das alles was ich bekommen kann. Ich möchte als erstes das missverständnis ausräumen. Ich bin in 1933 aus der talmud-thora-schule entlassen worden. Ich habe dann bei der Firma gelles Export und Import hopfenmarkt angefangen zu arbeiten. Ich habe einen diesbezüglichen lehrvertrag als (unreadable) unterschrieben. In der (unreadable) auf 1936 ist mein Chef ausgewandert und hat nachträglich sein Konto aufgegeben ich hätte ihn dem (unreadable) ausgelernt. Da ich keine Gelegenheit hatte, auszulernen, habe ich dann natürlich jede Arbeit gemacht. Ich habe Lauf junge gespielt in verschiedenen Geschäften, bis ich 1938 ausgewandert bin Punkt in meiner lehrzeit habe ich verdient im ersten Jahr 19 RM im Monat. Im zweiten Jahr 26 RM und in der Beginnung auf mein drittes Jahr 35rm im Monat. Ich glaube dass alle haben dasselbe Gehalt bekommen als Lehrling. In 1938 bin ich dann nach Amerika ausgewandert. Da ich meinen Beruf nicht ausgelernt hatte habe ich in einer Fabrik angefangen zu arbeiten. Ich habe von 1938 bis 1945 ungefähr 30 $ die Woche gemacht. Von 1945 bis heute habe ich immer etwas mehr bekommen. Heute verdiene ich ungefähr 80 bis 90 $ die Woche ich bin bei derselben Firma seitdem ich nach Amerika gekommen bin. Hätte ich meinen Beruf in Deutschland fertig lernen können, hätte ich natürlich viel bessere Möglichkeiten als Exporteur zu arbeiten. Das war immer mein streben. (Unreadable) In Beantragung Ihrer Fragen. Schul- und abgangszeugnis habe ich bei meinen Eltern gelassen, auch das leerzeugnis. Wie sie wohl wissen ist meine Familie ins KZ gekommen und dort sind natürlich alle meine Papiere vernichtet worden. Was ich als Lehrling verdient hatte, habe ich bereits schon in meinem Brief eingegeben Punkt verdienstbescheinigungen was ich in 1938 verdient habe, kann ich leider nicht mehr bekommen. Ich bin schon 21 Jahre bei derselben Firma, und keine Firma hat solche Papiere für solange aufbewahrt ich hoffe, dass diese und ihnen genügen Punkt auch hoffe ich recht bald von Ihnen zu hören & mit bester Hochachtung.
3.7.59
Ich, Egon bühring bescheinige hiermit unter Eides statt, dass ich in 1936 meinen lehrvertrag unterbrechen musste, da mein Chef ausgewandert ist, und sein Konto aufgegeben hat. Ich hätte ihn der Beginnung 1937 fertig gelernt. Mein Chef von "Gelles" Export und Import Hamburg hopfenmarkt.
7.9.59
Sehr geehrter Herr (unreadable)
Ich erhielt heute ihren Brief vom 19.08.59 wofür ich Ihnen herzlichst danke. Ich möchte Ihnen hiermit erklären wie ich meine Sache geregelt hat Nummer 1. Glauben Sie mir, ich habe einen Fehler gemacht, ich bin in 1934 aus der Schule entlassen worden. Ich bin schon so lange hier, glauben Sie mir, man kann alles verwechseln. Hätte ich meine Papiere alle hier, wäre es für mich alles leichter. Wie Sie ja wissen sind mein Papiere alle verloren gegangen, wenn meine Eltern ins KZ gekommen sind. Nummer zwei ich bin in 1936 von der Firma gallis entlassen worden, weil Herr Gilles auswandern wollte und das Geschäft aufgegeben hat dass Herr gelles erst 1938 ausgewandert ist, weiß ich nicht, da ich mit ihm nicht mehr zusammen gekommen bin Punkt für Nummer 3 und 4 kann ich Ihnen leider keine Auskunft geben, da diese Sachen alle von Herrn gelles persönlich bearbeitet worden sind. Es ist sehr leicht möglich dass Herr gelles hat für mich weiter die angestelltenversicherung bezahlt, ohne mich wissen zu lassen, welches (unreadable) natürlich sehr anständig von ihm gewesen. Wie gesagt, das ist nun ein Gedanke von mir Punkt von 1936 bis 1938, bis zu meiner Auswanderung habe ich laufboote für verschiedene Geschäfte gespielt glauben Sie mir, das ist die Wahrheit soweit ich mich erinnern kann. Ich hoffe, dass diese (unreadable) ihnen genügt. Nochmals herzlichen Dank und zeichne mit bester Hochachtung
22.12.1959
Sehr geehrter Herr Ehrmann, ich erhielt heute ihren Brief vom 09.12 des Jahres, wofür ich Ihnen herzlichst danke Punkt bei liegend finden Sie die zwei unterschriebenen Unterlagen. Bitte schicken Sie mir das Geld an folgende Bank. Ich danke Ihnen recht herzlich für ihre Erledigung meiner Angelegenheit. Uns zeichne mit bester Hochachtung.
13.11.1956
Lebenslauf
Ich komme egon-düring, bin am 15 Januar 1920 in Köln geboren. Im Jahr 1928 bin ich nach Hamburg gezogen. Dort habe ich bis Oktober 1938 gewohnt. Ich habe 8 grundschuljahre und drei Jahre berufsschule hinter mir Punkt 1933 bin ich aus der Schule gekommen. Ich habe drei Jahre Büro gelernt. Export und Import. Ich habe meinen Beruf aufgeben müssen, weil ich nach Amerika ausgewandert bin, da ich drüben keine Aussicht mehr zum Leben hatte. Ungefähr in 1937 hat man mich einigemale zur Gestapo (unreadable) gerufen. Man hatte mir einreden wollen, dass ich den Moskauer Sender gehört hatte. Dort hat man mich so geschlagen, dass ich auf einem Ohr im ganzen top geworden bin. Auf dem anderen kann ich nur noch ein bisschen hören. Dies alles nur, weil ich die Wahrheit gesagt habe Punkt ich habe ungefähr 40 RM die Woche verdient Punkt im Oktober 1938 bin ich nach Amerika ausgewandert. Ich habe zuletzt in Hamburg 13, Grindelallee 13 gewohnt.
Type
Creation Data
Creator
Nicole W.
Transcription by
Jakob F.
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